Von Judenhäusern und Schlosskaplänen

Eine eigene Betrachtung verdient die Geschichte der Häuser in Sulzbürg: So gibt es viele Häuser, die als "Judenhäuser" an diese starke Religionsgruppe erinnern, die bis nach dem ersten Weltkrieg ein knappes Drittel der Bevölkerung ausmachte. Diese Menschengruppe brachte viel ein für das Leben und Gedeihen des Ortes. Stoff -und Tuchläden. Viehhandel, Kleinindustrie und anderes. Ein lesenswertes Heftchen aus der Schriftenreihe des Landlmuseums befasst sich ausführlich mit diesem wichtigen Faktor der Geschichte in Sulzbürg vom Mittelalter bis zum Dritten Reich.
Hier soll aber in der Hauptsache von den anderen Häusern gesprochen werden. In Klammern ist jeweils die alte Hausnummer aus der Zeit angegeben, als Sulzbürg noch nicht nach Straßen geordnet, sondern die Häuser einfach durchnummeriert waren.

Und nun die Aufstellung, geordnet nach den jetzigen Straßen:

Badberg:
Nr.1 (45) Stadlschneider,/ Nr.7 (46) Hüthaus, früher Hafnaschreina / Nr.11 (47)Hütgergl, früher Schlosser,/ Nr.13 (48) Schiller.

Badgasse:
Nr.1 (33) Unter-Schmie, / Nr.2 (41) Soler, / Nr.3 (34) beim Wastl. / Nr.4 (40)Biener, / Nr.7 (35) Schlosser, früher Landarzt vormals Säckler, / Nr.9 (36 1/2) Anges, / Nr.11 (36¼) Eisele früher Ullerschuster / Nr.15 (37) Torhaus.

Engelgasse:
In alten Schriften heißt es dass der Schlosskaplan von Obersulzbürg in einem "Haus am perg zu der Soltzburg" wohnte. Ist das die Stelle des jetzigen Pfarrhauses?
Doch wieder die Häuser der Straßennummer nach:
Nr.1 (9) Lucker, früher Luckerlöhndl / Nr.3 (170) beim Buckhansl, / Nr.5 (11) Wagner früher Geigerlöhndl, / Nr.(12) Schick, früher Melwerkasper - Dieses Haus stand bei der Einmündung des Pointweges, war im Besitz eines Fotografen und beherbergte ein Delikatessengeschäft, / Nr.7 (13) Fuchsndieter, früher beim Mesner, / Nr.9 (14) Nagelschmie, / Nr.10 (126) Mößelsimmer, / Nr.11 (16) Post, ehemaliges Forstamt - Jägahaus genannt, einst gräfliches Stockhaus, Gefängnis, / Nr.12 (65 ½) Kommissär, / Nr.13 (107) Dowiasn, / Nr.14 (63) Synagoge, / Nr.15 (65) Schmiemichl früher Weber-Hemmeter, daneben stand (56 b) das Haus der Kafeeebärbel, / Nr.19 (64) Puchta, ehemals Sattlerei, / Nr.25 (68) Ulrichfranz, ehemals Polizeistation und Gemeindeverwaltung, früher Engelhaus (Engelgasse!), / Nr.27 (69) Kahnhaus, ehemals ein Bekleidungs- und Stoffgeschäft.

Hinterer Berg:
Nr. (73) abgerissenes Judenhaus mit Ritualbad, / Nr.2 (88) Leistner, Bäckerei. / Nr.3 (72) Judenhaus, daneben Pfannschreiner, / Nr.5 (74) Judenhaus, abgerissen, ehemals Bader, / Nr.6 (123) Dollingerpaula, / Nr.8 (87) ehemaliges Schulhaus mit Wohnung der ersten Schulmeister und Kantoren, vorher Haus des Kaplans vom unteren Schloss. Die Kaplanei wurde vermutlich nach der Reformation in die Schulstelle umgewandelt. Zur Kaplanei gehörte Stiftungsbesitz, z.B. der Kantersgarten und das Koppelholz, / Nr.9 (76) Höllzacher, früher Höllgütl, / Nr.10 (86) Bachhoferschneider, mit Eintrag: gebaut 31.Dez.1831. / Nr.12 (85) Fuchspeter, / Nr.15 (77) Pfannschneider, / Nr.16 (83) Frauenschlaga, früher Hiaslschneider, / Nr.18 (82) Nunner, ehemals Uhrmacherei, / Nr.19 (78) da Nicklas, einst Abdeckerei, / Nr.21 (109) Henzer, früher Rottmeister, / Nr. 22 (82 b) Bienergergl, früher Büttnerei, / Nr.12 (117) Lippnhans, / Nr.24 (81) Lippnmichl, abgerissenes Torhaus, / Nr.25 (124) Schreina, / Nr.26 (108) Kammelmeier, einst Hafnerei, / Nr.28 (114) Ledererschuster

Lange Gasse:
Nr.1 (89) Schneiderurba ( Schneider Namens Urban).

Marktplatz:
Nr.1 (42) Sauerbeck, jetzt Raiffeisenbank, / Nr.2 (29) Oberschmie, / Nr.4 (28) ehemals Konditorei, Kolonialwaren und Schreibwarenladen, / Nr.5 (43) Alte Schule, jetzt Landlmuseum, / Nr.6 (8) ehemalige Apotheke und Drogerie, / Nr.7 (44) Alte Post, früher Postagentur mit Poststall, / Nr.8
(1) Beim Löhndelwirt, früher Ochsenwirt, / Nr.14 (49) Oberbeck, früher der Vordere Beck.

Pointweg:
Nr.2 (25) Beim Ferl, früher Hofbeck, (Schlossbäckerei ?)

Schloßberg:
Nr.1 (5) Zum Lachner, früher Gasthaus zum Bayerischen Kurfürsten, / Nr.2 (6) Weilhaus, / Nr.4 (24) Scheiterbauer, früher katholisches Schulhaus, / Nr.7 (105) Heilmannhaus, ehemals Altenheim, vorher Schullandheim, / Nr.8 (22) Felsentheo, / Nr.21 (21) Felsensepp; "Felsen" - der Name weist darauf hin, dass die Vorfahren aus der Engelgässer Felsenwohnung stammten.

Schmiedgasse:
Nr.9 (118) Gmelch, ehemals Metzgerei, / Nr.19 (60) Metzger Fuchs, / Nr.21 (62) Schaferei, ehemals Schafstall angebaut.

Schwabengasse:
Nr.1 (95) Hansmichelschneida, /Nr. früher Schuhgeschäft, / Nr.2 (99) Herzog, / Nr.4 (98)Beim Färba, / Nr.8 (97) Vogelschusta, 1 Nr.14 (96) Zinngessatamma, ehemals Zinngießerei, / Nr.16 (96) Hansadam.

Schwarzer Winkel:
Nr.1 (116) Schuster, / Nr.2 (106) Zie.

Vorderer Berg:
Nr.1 (30 b) Masta, / Nr.2 (32) Hofener Pfarrhaus, Postgebäude bzw. Feuerwehrhaus, / Nr.3 (30) Wilpertenschneida. ehemals Milch- und Lebensmittelgeschäft, / Nr.6 (102) ehemaliges jüdisches Erholungsheim, / Nr.7 (31) Brunnaschusta, früher Schuhmacherei, / Nr.6 (101) Kurvenkaffee, ursprünglicher Hausname Schwanzer, / Nr.9 (61 a) Doktershaus, ehemals Praktischer Arzt, / Nr.11 (61) Gasthaus z. Goldenen Hirschen, Schulgrundstück / (100) Heiselbetz-Schreiner. / Nr.16 (91) Stadtschusta, frühere Schuhmacherei.

Waschhaus:
Nr.2 (79/80)ehemaliges gräfliches Waschhaus mit Quelle.

Weingasse:
Nr.1 (2) Weinsimma, / Nr.2(4) früher Apotheke, ehemals Seifensieder, / Nr.4 (3)da Adl, früher Glaserei.

Ziegelanger:
Nr.2 (50) ehemals Krankenhaus und daneben Hirtenhaus.

Ziegelhütte:
Nr.1 (112) Holzjackl, / r.4 (51) bei Ziegler, ehemalige Ziegelei. /Nr. 6 (52) Hölzl.

 

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