Von Moila, schlechte Messa und dem was recht derspriaßt

Auf keinen Fall darf vergessen werden, dass diese kräftige Sprache im Landl auch entsprechend kräftige Sprüche mit sich bringt; einige dieser Redensarten und Sprüchlein sollen nicht fehlen.

Zuerst sind da Lebensweisheiten:

"A schlechts Messa schneidt wia an neis hülzers."
"'s Geld gibst as und in Narnn houst in Haus."
"Da oa bricht's Hafala, der ander s' Schüssala." 
"In Gott's Namma: Daß recht derspriaßt und neat verdriaßt"
"D' Maalafreißer ghörn ins Bett oder ins Mistlager, noa lo mas zuamacha."
"Wos hüift mir a no sou scheine Leicht, wenn i in Toatn macha mou."

Natürlich gehören auch Viechereien dazu:
"Der is so dumm wie in Neubauern sei Ganza, der is a ganz Joua mit di Bie gflogn.
"Dou muaß do a Hund rei kumma sei, weils gar a so stinkt." 
"A langsame Sau findt selten an worma Dreck."
"De loust, wie wenn d'Sau in Boch soicht." 
"Dou steits drin, wie da Goasbock in Draaling."
"De schaut as wia d'Henna unterm Schwonz".
"A Massl Floich ko ma leichta hüatn, wia a Weibsbild."

Und dann noch einige Bosheiten über Mädchen und Nachbarn:
"Wenn 'd Moila pfeifa und 'd Henna krahn, no mou ma ihna in Hols odrahn."
"Weiwerla, Weiwerla, drah di, wenn i di net hätt, wos tat i?" 
"De rennt rum wia da Schieß in der Reidern."
"Bei dem schauts as, wie beim Bogoackl 's Forst."

Und dann noch situationsgebundene Sprüche:
Beim Festessen sagt einer: "Warn die Nudla so guat, wenn i nua mehra essn kannt."
Einem, der gescheit tut, legt man in den Mund: "I woaß neat, wors a General oder a Korporal, ralln tuats sas si." 
Unterwegs verkündet einer den Mitwanderern: "Mir kumma af a Dorf zua. I schmeck Leit!"
Beim zu Bettgehen ist das ein guter Spruch: "Liaba am Obnd is kalte Bett nei, wia in da Früh aus'm worma raas." 
Wenn viel Rauch aus dem Schlot kommt: "Di schiarn a, wia wenn die kloana Leit bacha."
"Der is durch mit di Gäns nach Malach", sagt man, wenn man jemand gesucht hat und eine Ausrede braucht.
"'s Kraut is guat, hat dersell Baua g'sagt", der geizig war und das Fleisch sparen wollt.
Wenn einem etwas ausgekommen ist: "Du schaust nochi wia a Kohlamsl."
Die Großmutter zu den herum tobenden Kindern: "Enk seids wie 's wülde Goich."
Wenn die Glocke von der Schlosskirche um 3/4 11 Uhr zum Mittagmachen läutete: "Da Nudihengst schreit!" 
Wenn von der fernsten Zukunft gesprochen wird: "Bis dort hi werns mit meine Boina scho 'd Nuß ro werfa."
Was die Totenglocken sagen:
"Kummts nur rei, du ghörst scho mein, 
mit Pickl und Schaufl, da grobn mer die ei."

 

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