Von der Kricksenmutta und dem Bachala Hans

Es gab Originale und "Zerm Leut" mehr als genug, über die man sich Geschichten erzählen konnte:
Vom Pandurenstutzl, Nudelzacher, Felsenquack, vom Schwoarz Hans und seinem "sia, sia leiwa..": wie er in der Stadt auf die Frage nach einer Abfahrtszeit geantwortet hat: "Der letzte Zug? Des erlebn wia all zwoa net!" Da lachte man über den Zie Hanne, den sie im Stall angebunden, dafür aber das Kalb in die Stuben gestellt hatten. Man schmunzelte über die Margret, Mesnerin von Mühlhausen und ihren ständigen Spruch: "Der wou net drin is, is draußn".

Da war die schaurige Geschichte vorn Tammer Hans, der sich mit dem Gewehr auf den Weg machte, den Pfarrer wegen einer Beerdigungspredigt zu erschießen.

Ein Thema war bestimmt auch der Öller Fritz, einer der ersten im Landl, der fotografierte, wie er mit der Zipflkappen und Handschuhen im Sommer herumlief, oder wie er eines Tages mit dem Fahrrad wegfuhr und einen Zettel auf den Tisch gelegt hatte: "Bin nach Frankfurt", wo er denn auch hingelangte und zurück kam mit durchgewetzten Hosen.

Und weiter: Der Buck Hanni hat eine Gans ungerupft, mit Federn und allem dran und drin ins Kraut geworfen und gekocht. Beim Essen meinte er dann: "Des kitzelt schei, bis ians Fleisch kimm!"

Wie die "Kricksn Muata" zum ersten Mal nach Nürnberg gekommen ist, da konnte sie sich nicht genug sehen über all dem Neuen. Einen jeden hat sie freundlich gegrüßt. Auch zu den Schaufensterpuppen hat sie "A Guun Moign' gesagt.
Auch der "alt Weba' ist einmal nach Nürnberg gefahren. Im Gedränge hat er freilich seine Frau verloren. Den nächsten Mann, der daher kam, den fragte er gleich: "Haast mei Wei neat gsegn?"

Der "Fuchs Grosvatta" ist mit einem Fuder Heu nach Hause gefahren. Die Enkeltochter Gretl saß oben auf der Ladung. An einer scharfen Kurve ist dann der Wagen umgestürzt. Er hat aber nichts bemerkt bevor die Gretl vorgelaufen ist und geschrien hat: "Großvatta, du haast umgworfa!"

Von den Polizisten in Sulzbürg erzählte man sich die Geschichte: Zusammen mit anderen kartelten die beiden Beamten der Gendarmeriestation bis spät in die Nacht. Dann verabschiedeten sie sich. Die anderen dachten sich nichts Böses uns spielten weiter. Plötzlich kamen die Gendarmen herein, diesmal in voller Montur und Uniform. Unerbittlich kassierten sie nun von ihren vorherigen Kartenbrüdern eine Strafe wegen Überschreiten der Polizeistunde.

Vom Sauschlachten beim "Adl" hat man folgendes erzählt:
"Da Strick is rogrutscht und d'Sau rennt davu, in Grosvatta vo hintn durch d'Fiaß und er is am Buckl vo dera Sau dramghockt, zum Guck is nan nix passiert."

"D'Sitzmann Peteri" hat ihre zwei Kühe zusammengehängt und hat sie an einen Wegrain zum Hüten geführt. Nach einer halben Stunde hat sie wieder heimgetrieben und hat gemeint: "Itz homms a wider eahna Sach!"

Die "Kaffee Bärbel" war Totenfrau und Leichenbitterin in Sulzbürg. Wie irgendwann gleich zwei Leute auf einmal verstorben sind, da war ihr das gerade recht: "Heint is ma so wohl, daß i tanza kannt!"

Der "Bumberger" war Gemeindediener in Sulzbürg. Der war besonders stolz auf seine Uniform. Mit dem Lesen freilich gab es Probleme. Hatte er etwas auszurufen, dann musste es ihm seine Frau vorlesen, bis er die Bekanntmachung auswendig konnte. Und so hat er sie ausgerufen. Dabei ist es ihm schon einmal passiert, dass er beim "Vorlesen" den Zettel mit dem Ausruf verkehrt herum gehalten hat. Zum Polizeikommissär Franz sagte er einmal: "Ins Beamte mien zammhalten!"

In diesen Zusammenhang gehört auch das Gedicht, das um 1947 der Runden Karl von Oberndorf über den Bachala Hans von Kerkhofen zusammengereimt hat:

Der Bachala Hans wär fast dasuffa
Der Hani geit afs Bodn,
des tout iam zwoa nix schoon
doch schwimma in dem großen Tümpe
des ko hait net a jeda Simpe:
Bei mia dout si dou nix fälln.
schwimma ko i wei a Eiserkeiln,
Und er schwimmt im größten Saus 
in die Mitt nei: aber dou is aus:
s'Schwimma will jetzt nimma gei:
jetzt glaub i, mouß i untergei!
Und der Hanni, der tout trinka
bis er tout in'd Teifn sinka.
Oh, leiber Hanni, des is gwieß:
jetzt houst ton dein letzten Schieß!
Doch ein wackrer Flüchtlingsmann
packt den Hanni beim Schöpfl an
und zeicht ihn ganz unerschrocken
raus aufs Damm, denn dau is trocken.
dann wird er no am Kopf hi gsteillt:
es Wasser mou raus, denn sonst wars gfällt!
Dann wird er sakrisch griebn
bis sich der Hanni tout wieder rührn
und er probiert scho wieder s'schnaufa
auf des sakrisch viele Saufa.
Und dann fahrn sie ihn huom zum Weib.
"Oh, lieber Hanni, die meis ma howa,
du bist ja unser Toutengraba!"

 

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