Sulzbürger Juden in Amerika

Um 1600 lebte in Sulzbürg ein Eliezer Sussmann Sulzberger. Er war der Großvater jenes Rabbiners, der 1720 das Memorbuch anlegte, und der 1762 in Sulzbürg starb.
In dem amerikanischen Namensbuch ,,TheJewish Enceclopedia' New York. 1906" fanden wir eine Familie Sulzberger. Es steht dort zu lesen (übersetzt): ,,Amerikanische Familie, welche ihren Namen von dem Ursprungsort, aus dem ihre Vorfahren stammten, herleitete; Sulzbürg, nahe Regensburg, im Mittel Bayerns."
Hier fanden wir den Memorbuchgründer wieder. Er wird hier nicht nur Rabbiner genannt, sondern auch ,,Shetadlan, als welcher er in Sulzbürg eine wohltätige Vereinigung führte, die noch heute (1906) existiert." Er schrieb auch eine Sittenlehre, die als eine Art ,,Testament" in Dinard's Or. Meir, Seite 45 bis 52, abgedruckt worden ist. Als Todesjahr wird auch hier 1762 angegeben. Einige seiner Nachkommen nannten sich später Bayersdorfer, woraus sich schließen lässt, dass diese von Sulzbürg nach Bayersdorf zogen. Andere nannten sich Löwenmaier, ein Name, der in unserer Gegend lange nachzuweisen ist. So sprach unter anderem auch ein Rabbiner Löwenmayer bei der Beerdigung des katholischen Pfarrers Prandl in Sulzbürg. Das war 1884. Ubrigens hatten die Löwenmayer auf ihren Grabsteinen immer zwei Löwen,

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ebenso wie bei Fam. Hirsch oft zwei Hirsche verwendet wurden.

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Verschiedene Nachkommen des bereits genannten Esra Jeh. Jacob Sulzberger (an anderer Stelle wird er Esra Judah Jacob genannt) wanderten nach Amerika aus, wo die Familie zu hohen Ehren kam. So leitete beispielsweise ein Ferdinand Sulzberger in New York die Firma Schwarzschild & Sulzberger. Er erbte sie vermutlich von dem schon früher nach USA ausgewanderten Mayer Sulzberger. Des letzteren Sohn wurde Präsident des Tempels ,,Beth-el" in New York und Schatzmeister der l.O.B.B. (?). Einer seiner Söhne wiederum - mit Namen Myron Sulzberger - (er starb 1881) wanderte 1838 von Sulzbürg nach Philadelphia aus. Dort wurde er durch ,,seine prägnanten Arbeiten" für die Gemeinde sehr bekannt und geehrt.

Ein Solomon Lindauer Sulzberger ging 1877 als Buchhalter nach New York, wo er später für die dortige Filiale der Firma Blumhard(t) & Co. aus Erlangen zum Direktor avancierte.

Abraham Sulzberger muss schon früher von Sulzbürg erst nach Heidelheim und 1848 nach Philadelphia gezogen sein. Er brachte es in seiner neuen Heimat bis zum Leiter des Jüdischen Krankenhauses in dieser großen Stadt.

In einem anderen Buch ,,American of Jewish decent. Cincinnati, Hebrew Union Colleg Press, 1960" stoßen wir in einer Ahnentafel wieder auf den schon früher genannten Eliezer Sussmann Sulzberger von Sulzbürg.

Allem Anschein nach verfolgt diese Ahnentafel eine andere Linie seiner Nachkommen. Diese müssen schon vor 1760 nach Schnaittach und dann weiter nach Heidelsheim in Baden gezogen sein. Schon damals war der an Sulzbürg erinnernde Familienname erloschen.

Der bekannteste aller Sulzbürger jedoch war Mayer Sulzberger, dessen Eltern noch in Sulzbürg lebten, dann aber nach Heidelsheim zogen, wo Mayer am 22. Juni 1843 geboren wurde. Später emigrierte er nach Amerika zu seinem Onkel Abraham. Nachdem er dort in einer in diesem Buch leider nicht genannten Stadt Bürgermeister geworden war, berief ihn der 21. Präsident der Vereinigten Staaten, der republikanische Chester A. Arthur, zu seinem Berater.

Mayer besaß, wie das Buch ausdrücklich vermerkt, die seinerzeit größte amerikanische Privatbibliothek. Er hat in seinem hohen Amt sehr viel für die jüdischen Krankenhäuser tun können. Über ihn wäre noch viel zu sagen, aber wir wollen mit ihm die Familie Sulzberger verlassen und andere Sulzbürger jüdische Familien besprechen.